


Herr Präsident!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Der Kollege Röspel vermisst in unserem Gesetzentwurf eine Definition über lebenswertes Leben. Er wird lange suchen müssen, weil wir in unserem Gesetzentwurf davon ausgehen, dass jedes Leben - ob es kurz oder lang ist, ob es gesund oder krank ist, ob es behindert oder frei von Behinderungen ist - gleich wertvoll und mit unverletzlicher Würde ausgestattet ist.
Wer einmal Gelegenheit hatte, mit Eltern zu sprechen, die eine schwere erbliche Vorbelastung als Verhängnis über sich spürten, der weiß um den tiefen Ernst ihrer Entscheidung, der weiß, dass sie ihre Kinder lieben und dass sie unter dem Gedanken leiden, dass sie ein ganz schlimmes Los auf ihr Kind übertragen könnten. Die Art und Weise, wie wir ihnen mit Angstworten begegnen - von Dammbruch bis zum Designerbaby - macht diese Eltern fassungslos. Damit schießen wir meilenweit an der Lebenswirklichkeit und an ihrer Gewissenssituation vorbei.
Die Frage an den freiheitlichen Rechtsstaat - wir müssen heute als Gesetzgeber entscheiden - lautet: Wie gehen wir mit Menschen in einer solch schweren Notlage um, die sich für PID entscheiden? Unterwerfen wir sie per Strafrecht einer rigiden Moral oder nehmen wir sie als selbstbestimmte, verantwortlich handelnde Menschen wahr, die ihren Kindern schwerste Belastungen ersparen wollen? Was sagen wir einer Frau, die erleben musste, wie ihr erstes Kind blind, taub und starr wird und dann in ihren Armen qualvoll erstickt? Diese Frau hat jetzt Angst davor, dass sie das noch einmal miterleben muss. Sollen wir ihr sagen: „Das ist dein Schicksal; das hast du anzunehmen; da steht das Strafrecht vor“, oder sind wir nicht zur Hilfe aufgefordert? Der Kollege Zöller hat eben gesagt, wir müssen nach den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen fragen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die deutsche Ärzteschaft hat an uns mit überwältigender Mehrheit appelliert, in diesem Fall zu sagen: Ja, hier sind wir zur Hilfe aufgefordert.
Ich finde auch das Schicksalsverständnis derjenigen, die für ein Totalverbot sind, schwer nachvollziehbar. Zivilisation bedeutet Emanzipation von der Natur. Wenn uns eine schwere Krankheit überkommt, dann versuchen wir doch auch, durch Operation oder medizinische Hilfe zu helfen, uns aus den Zwängen der Natur zu befreien. Das ist die Vernunft, die uns Gott gegeben hat und die wir mithilfe der Medizin nutzen. Dass das sehr verantwortungsvoll geschieht, beweist doch die Medizingeschichte. Schauen wir nach Skandinavien. Dort gibt es seit zwei Jahrzehnten die PID, und der Umgang mit Behinderten dort ist sehr achtungsvoll und ihre Inklusion, ihre Integration, ihre Annahme, hat zugenommen. Ich finde, es ist einer der schlimmsten und gefährlichsten Vorwürfe in der Debatte, zu behaupten, die Menschen, die sich dafür einsetzen, die PID für diese Notlagen zuzulassen, teilten nicht die Achtung, die Sensibilität, das Gefühl und den Wert für die behinderten Menschen um uns gleichermaßen.
Es wird viel über Maßstäbe gesprochen. Ja, ich finde es wichtig, dass wir uns an den grundlegenden Verfassungs- und Moralprinzipien orientieren. Meine Sorge ist, dass wir diese Maßstäbe verlieren, wenn wir eine befruchtete Eizelle in der Tat der biologische Beginn des menschlichen Lebens in der Petrischale höher gewichten als eine Frau in einer schweren Konfliktsituation. Die Menschen können von uns als Gesetzgeber erwarten, dass unsere Rechtsordnung stimmig bleibt. Unsere Rechtsordnung erlaubt die Verwendung von Mitteln, die dazu führen, dass hunderttausendfach befruchtete Eizellen abgehen, sie erlaubt die Pille danach, sie erlaubt die Untersuchung des Embryos im Mutterleib und eine Abtreibung bis zur Geburt, wenn die Gesundheit der Mutter in Gefahr ist.
Das alles können wir ja moralisch verwerfen, aber in einem Staat, in dem das zugelassen ist, in dem unter diesen Voraussetzungen die Abtreibung zugelassen ist, die Vermeidung von Abtreibung zu verbieten, fände ich rechtlich unhaltbar und moralisch verwerflich.
Viele Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen wehren sich entschieden dagegen, moralisch in Anspruch genommen zu werden gegen Menschen, die sich in einer solchen Notlage befinden, wie das in der Diskussion leider häufig passiert.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, nicht eine Ethik der Strafe, sondern eine Ethik des Helfens macht unsere Gesellschaft menschlicher. Deswegen bitte ich Sie um Unterstützung für unseren Gesetzentwurf.
Am morgigen Mittwoch, dem 16. Mai 2012, ist der Parlamentarische Staatssekretär Peter Hintze (CDU) zu Gast in der ARD-Sendung „Anne Will“, die um 22:45 Uhr im ersten Programm ausgestrahlt wird.
Gemeinsam mit dem FDP-Politiker Wolfgang Kubicki und anderen Gästen diskutiert Peter Hintze, der auch Vorsitzender der CDU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag ist, über die Folgen der NRW-Landtagswahl für die Bundespolitik. [...] Mehr...
Mit über einer halben Million Euro (543.678 Euro) fördert die Bundesregierung ein von der Wuppertaler Firma Membrana geführtes Forschungsprojekt für eine bessere Behandlung chronischer Wunden und Verbrennungswunden. Dies teilt der Parlamentarische Staatssekretär Peter Hintze (CDU) mit. Ziel des Verbundprojekts ist die Erforschung einer neuen, innovativen Wundauflage, die eine sterile Abdeckung der Wunde und eine Beschleunigung des Heilungsprozesses ermöglicht.
Die dreijährige Förderung erfolgt im Rahmen einer Maßnahme des Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Titel „Funktionale Einwegsysteme für die Medizin und Bioproduktion – BioDisposables“. Von den Projektkosten in Höhe von 1,9 Mio. Euro beträgt der Förderanteil des Bundes 39 %.
Hintze: „Die Förderung von Membrana ist ein schöner Beweis für die Innovationskraft der Wuppertaler Unternehmen.“ [...] Mehr...
Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Hintze (CDU) wird das Ergebnis der Landtagswahlen in NRW am Sonntag kurz nach 18:00 Uhr im ersten Programm der ARD kommentieren. Gemeinsam mit Vertretern anderer Parteien wird Hintze bereits nach den ersten Hochrechnungen eine erste Wahlanalyse vornehmen und sich im Düsseldorfer ARD-Wahlstudio den Fragen von Frank Plasberg stellen.
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