Peter Hintze für uns in den Bundestag
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09. November 2008

Kanzelrede von Peter Hintze in der Herz Jesu Kirche

Wuppertal-Elberfeld am 09.11.2008:

Der 9. November ist ein Schicksalstag der deutschen Geschichte.

Der 9. November ist ein Schicksalstag der deutschen Geschichte. In der Progrom-Nacht der Nazis am 9. November 1938, heute vor 70 Jahren, begann die Ermordung des europäischen Judentums. In Deutschland und Österreich, auch hier bei uns in Wuppertal wurden jüdische Mitbürger gequält und zu Tode geprügelt und die Synagoge niedergebrannt. Der 9. November 1938 war die dunkelste Nacht der deutschen Geschichte. Der heutige Tag ist deshalb ein Tag der Buße und der respektvollen Wahrnehmung des Judentums.

 

Ich habe als biblische Grundlage für meine Predigt eine Bibelstelle aus dem Neuen Testament gewählt, die fast ausschließlich von Bildern der hebräischen Bibel, von Worten und Bezügen zum Alten Testament getragen wird. Heute Abend soll die Geschichte Gottes mit uns Menschen zur Sprache kommen, vom neuen Himmel und von der neuen Erde die Rede sein, in der Gott nach der Verheißung bei uns wohnen wird, um Tod und Leid ein für allemal zu bannen und unsere Tränen abzuwischen.

 

Dabei dürfen wir uns auch daran erinnern, dass der 9. November 1989 der Tag war, an dem eine andere Diktatur in Deutschland einstürzte, der Tag an dem die Mauer fiel und die Menschen aus Ost-Berlin nach Westen strömten und die Einheit in Freiheit zum greifen nahe war. Der Geschichte werden wir dann gerecht, wenn wir aus bitteren Tiefen und den glückvollen Momenten gleichermaßen die richtigen Schlüsse ziehen.

 

Es war ein bewegender Augenblick, als unsere Synagoge neben der Gemarker Kirche feierlich eröffnet wurde und eine Thora-Rolle hinein getragen wurde, die aus der brennenden Synagoge der Progromnacht 1938 gerettet werden konnte.

 

Nicht mehr Wuppertal, das himmlische Jerusalem ist die verheißene Stadt. So sagt der Seher Johannes.

 

In jenen dunklen Tagen des Jahres 1938 gab es viel Versagen und große Schuld durch Passivität und Schweigen. Es gab aber auch Mut. Und es gab katholische und evangelische Christen, die der Verfolgung ihrer jüdischen Mitbürger widersprachen. Im Sonntagsgottesdienst nach dem 9. November der Gemeinde in Barmen-Gemarke stellte sich Pfarrer Karl Immer ohne Talar vor die Gemeinde und sagte: „Ein paar hundert Meter von hier entfernt ist das Wort Gottes verbrannt worden.“ Er meinte damit die Zerstörung der Barmer Synagoge in der Zur-Scheuren-Straße. Er wolle und könne deshalb heute keine Predigt halten. Er wolle nur zwei Texte vorlesen. Und er las die 10 Gebote und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Dann betete er das Vater-Unser und sagte: „Wer die Texte verstanden hat, der möge doch bitte nachher zu ihm in die Sakristei kommen.“ Dem Aufruf folgten vierzig bis fünfzig Gemeindemitglieder, wie sich ein Zeitzeuge erinnert. Ich weiß nicht, ob ich den Mut von Pfarrer Immer aufgebracht hätte. Aber, dass es Menschen wie ihn in unserer Stadt gab, ist ein Auftrag an uns. Es ist der Auftrag dem Bösen überall dort den Weg zu versperren, wo es sich wieder Bahn brechen will.

 

Ich finde es tröstlich, dass es wieder jüdisches Leben in Wuppertal gibt. Dass wir eine aktive jüdische Kultusgemeinde haben. Und dass die Synagoge neben einer Kirche errichtet wurde. Denn es bleibt die Wunde der Christenheit in unserem Land, dass die Kirchen selbst allzu lange übersehen haben, dass das alte Gottesvolk durch Gott selbst mit uns verbunden ist und wir mit ihm.

 

Am See Genezareth, in Israel, in Galilea hat die katholische Kirche eine Behinderteneinrichtung geschaffen, in der schwer behinderte Menschen betreut und versorgt werden. Direkt am See gibt es einen offenen Pavillon der Stille, der zum Gebet einlädt. Den engen geistlichen Zusammenhang von Judentum und Christentum, die Nähe von Gottes gutem Himmel und der von ihm geschaffenen Erde habe ich an diesem Ort besonders intensiv gespürt.

 

Im Jahr 1972 veranstalteten die SED-Machthaber so genannte Welt-Jugendspiele in Ost-Berlin. Als Zeichen ihrer Modernität wurden neben 100.000 Jugendlichen aus der DDR und dem kommunistischem Herrschaftsbereich auch 50 Vertreter demokratischer Parteien aus dem Westen zugelassen. Ich war damals im RCDS aktiv. Und wir führen nach Ost-Berlin. Die Einreise über den Bahnhof Friedrichstraße war reichlich bedrückend. Die Veranstaltung selbst auch. Jeder von uns wurde den ganzen Tag lang von in FDJ-Hemden gekleideten Stasi-Leuten umringt, um den kleinsten Kontakt zu anderen jugendlichen zu verhindern. Ich war damals 22 Jahre alt. Nie hätte ich geglaubt, dass ich einmal einen 9. November 1989 erleben würde, an dem die Mauer in Berlin fallen würde.

 

Die Mauer wurde durch die Montags-Demonstrationen erschüttert, denen regelmäßig Gottesdienste und Friedensgebete vorausgingen. Das Ende der kommunistischen Diktatur in der DDR war reichlich banal. Das Politbüro der SED wollte nur etwas Dampf aus dem Kessel lassen. Günther Schabowski, Mitglied des Politbüros und Sekretär für Informationswesen gab am 9. November 1989 eine Pressekonferenz im Pressezentrum des ZK der SED. Eine Stunde lang beantwortete er Fragen. Es war 18 Uhr 53, als ein italienischer Journalist fragte, wie es denn weitergehe. Die Pressekonferenz wurde im DDR-Fernsehen live übertragen. So konnte jeder verfolgen, wie Schabowski einen Zettel aus der Tasche zog und die Worte sprach, mit denen er die Mauer zum Einsturz brachte: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen.“ „Wann?“, ruft ein Journalist. Schabowski: „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.“ Die Grenzposten waren nicht informiert. Aber die Menschen aus Ost-Berlin strömten in Scharen nach West-Berlin und bevölkerten den Ku-Damm. Eine Diktatur war zusammengebrochen. Für Deutschland war die Zeit der Teilung vorbei. Der Wunsch nach Freiheit und Einheit ging in Erfüllung. Die Kirchenglocken läuteten und trugen die Dankgebete vieler Menschen aufwärts zum Himmel.


Pressemeldungen

26. Januar 2012, 09:39 Uhr

Hintze fordert Wuppertaler Jugendliche zur Teilnahme am Wettbewerb „DenkT@g“ auf

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar fordert der Parlamentarische Staatssekretär Peter Hintze (CDU) junge Menschen in Wuppertal auf, sich an dem Jugendwettbewerb „DenkT@g“ zu beteiligen. Der von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgeschriebene Wettbewerb steht unter dem aktuellen Motto „Gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“.

Gefragt ist die Gestaltung von Internetseiten oder Videos, mit denen den Opfern der NS-Diktatur gedacht oder sich mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus heute auseinandergesetzt wird. Teilnehmen können Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren oder Schulklassen. Einsendeschluss ist der 31.10.2012. Die Preisverleihung findet am 27. Januar 2013 in Berlin statt. Nähere Informationen im Internet unter www.denktag.de

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20. Dezember 2011, 11:49 Uhr

Workshop für junge Journalisten

Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär   Peter Hintze gibt bekannt: Der Deutsche Bundestag lädt gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Jugendpresse Deutschland mittlerweile zum neunten Mal 30 junge Journalistinnen und Journalisten zu einem Workshop vom 25. bis 30. März 2012 nach Berlin ein. Bewerben können sich Jugendliche im Alter zwischen 16 und 20 Jahren.

 

Eine Woche lang werden die Jugendlichen hinter die Kulissen des parlamentarischen und medialen Geschehens in der Hauptstadt blicken. Sie hospitieren in Redaktionen, begleiten Hauptstadtkorrespondenten, diskutieren mit Abgeordneten aller Fraktionen, besuchen Plenarsitzungen im Deutschen Bundestag und erstellen eine eigene Veranstaltungszeitung.

 

„Auftrag Gesellschaft. Zwischen Ehre und Amt - Dein Dienst für die Demokratie?“ heißt der Titel der Veranstaltung in diesem Jahr. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich mit der Rolle des bürgerschaftlichen Engagement - sei es im Ehrenamt, Freiwilligen Sozialen Jahr, Freiwilligen Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst - im gesamtdemokratischen Getriebe auseinandersetzen.

 

Bewerben können sich interessierte Jugendliche mit einem Artikel oder einem Video-/Audiobeitrag zu einem Thema, das auf der Homepage bundestag.jugendpresse.de näher erläutert ist. Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2012.

 

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15. November 2011, 09:45 Uhr

Bundesregierung fördert Nachbarschaftsheim Wuppertal

Die Bundesregierung wird das Mehrgenerationenhaus des Nachbarschaftsheims Wuppertal auch weiterhin fördern. Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms zu Sicherung der Mehrgenerationenhäuser. Aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds wurden bundesweit 450 Mehrgenerationhäuser für eine Förderung mit je 30.000 Euro ausgewählt. Dies teilt der Parlamentarische Staatssekretär Peter Hintze (CDU) mit.  [...] Mehr...

Termine

26. Januar 2012, 19:00 Uhr

Grußwort DLR-Neujahrsempfang, Berlin

02. Februar 2012, 15:30 Uhr

Besuch der Agentur für Arbeit Wuppertal

02. Februar 2012, 18:00 Uhr

Neujahrsempfang CDU Wuppertal